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 KANINCHEN
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HERKUNFT DES KANINCHENS
 

Die Hasenartigen (Familie der Leporidae ) sind in einem Maße mit dem Menschen
verbunden wie kaum eine andere Gruppe der Säugetiere. Von den in unseren Gegen-
den lebenden Hasenartigen ist das Kaninchen die kleinste Art und stellt die Stamm-
form unserer heutigen Hauskaninchen dar.

Vor allem die europäischen Wildkaninchen wurden bereits zu römischer Zeit in Italien
und auch früher schon in Nordafrika als Haustiere gehalten. Bereits im Jahre 1149 ist
eine Lieferung von Kaninchen aus Frankreich an das Kloster Corvey geschichtlich
erwähnt.
Die Hasentiere (Lagamorpha) sind bis vor wenigen Jahrzehnten stets als Angehörige
der Nagetiere angesehen worden. Dies geschah offensichtlich auf Grund des ge-
meinsamen Nagezahngebisses. Bei genauer Betrachtung liegt jedoch ein entschei-
dender Unterschied vor. Während nämlich bei den Nagetieren jeweils nur ein ver-
größertes Schneidezahnpaar im Ober- und Unterkiefer ausgebildet ist, kommt bei
Hasen und Kaninchen noch ein stiftförmiges Schneidezahnpaar hinter den Nagezäh-
nen des Oberkiefers hinzu.
Unsere Hauskaninchen gehören zur Gattung der Kaninchen. zur Ordnung der Ha-
sentiere, in die Klasse der Säugetiere und zum Stamm der Wirbeltiere.
Alle heute existierenden eigenständigen Kaninchenrassen sind durch gezielte Zucht-
auswahl aus der ursprünglichen Wildform hervorgegangen. Sie bilden somit die
Grundlage für alle heutigen Rassen und Farbenschläge, die Aufnahme in den Stan-
dard der Deutschen Rassekaninchenzucht gefunden haben.
Je nach Rasse und Farbenschlag gibt es die unterschiedlichsten Erscheinungsfor-
men, denen durch die jeweiligen festgelegten Bewertungskriterien durch die Preis-
richter Rechnung getragen wird.

Da die Erscheinungsformen mit den gewünschten Rassekriterien in den einzelnen
Bewertungspositionen aus dem Standard eindeutig hervorgehen, kann auf eine kon-
krete Wiedergabe in diesen Ausführungen verzichtet werden.
Erwähnung finden sollten jedoch einige grundsätzliche Anmerkungen.
Die Körperbreite und Rumpftiefe des Kaninchens soll möglichst etwa ein Drittel der
Körperlänge betragen; d.h. der Körper des Tieres sollte eine breite Brust, einen
breiten Rücken und zusätzlich über eine gut abgerundete Hinterpartie verfügen.
Ferner sollte der Kopf dicht am Rumpf sitzen, die Ohren gut abgerundet und von so-
lider Struktur sein, die Hinterläufe möglichst parallel zum Körper stehen und die Blu-
me am Hinterkörper anliegen. Darüber hinaus sollte unbedingt schon vom äußeren
Erscheinungsbild erkennbar sein, ob es sich um einen Rammler oder eine Häsin
handelt.
Der Körper des Tieres selbst sollte den jeweiligen Rasseanforderungen entsprechen.
Weder die nach vorn verjüngte, noch die nach hinten steil abfallende Form ist er-
wünscht. Auch durchtretende Vorderläufe, lose Schultern, grätenartige Rückenparti-
en (Fischrücken) sowie vorstehende Hüftknochen mindern den Eindruck und müssen
bewertungstechnisch zur Abstufung führen.
Neben den Kriterien der Körperform stellen aber auch die unterschiedlichen Zeich-
nungsmerkmale der einzelnen Kaninchenrassen hohe Anforderungen an die Fähig-
keiten des Preisrichters. Hier gilt es mit einem hohen Maß an Können und Finger-
spitzengefühl zu agieren. Auch in diesem Fall ist den im Standard unter den jeweili-
gen Bewertungspositionen aufgeführten Kriterien Rechnung zu tragen.

Abschließend sei angemerkt, dass für negative bzw. positive Bemerkungen auf der
Bewertungsurkunde möglichst nur die begrifflichen Bezeichnungen aus dem Stan-
dard im Bereich der leichten und schweren Fehler in Ergänzung mit den Ausführun-
gen des Deutschen Preisrichter-Verbandes Verwendung finden sollten.
von Wolfgang Vogt




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